Wechseljahre - Kein Abschied von der Weiblichkeit

Die Wechseljahre kennzeichnen den Beginn eines neuen Abschnitts im Leben der Frau: die Phase, in der sie keine Kinder mehr bekommen kann.

Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern eine natürliche weibliche Lebensphase. Während dieser Phase kommt es im Körper der Frau zu hormonellen Umstellungen, die eine Reihe von Beschwerden und Unannehmlichkeiten – eben die typischen Wechseljahresbeschwerden – mit sich bringen können. Typische Beschwerden sind Störungen des weiblichen Zyklus, Hitzewallungen, die auch nachts auftreten können, Schlafstörungen, depressive Phasen, Stimmungsschwankungen, Trockenheit der Scheide oder eben einfach das Gefühl, "dass sich etwas verändert".

Nicht jede Frau leidet zwangsläufig unter Wechseljahresbeschwerden. Nur etwa ein Drittel aller Frauen leidet stark unter diesen typischen Wechseljahresbeschwerden. Bei einem weiteren Drittel sind die Beschwerden nur mäßig stark ausgeprägt und ein Drittel verspürt keine oder nur leichte Beschwerden. Diese Beschwerden werden im wesentlichen verursacht durch das Fehlen der Östrogene, jener weiblichen Geschlechtshormone, die seit der Geschlechtsreife von den reifenden Eizellen jeden Monat produziert wurden.

Da im Schnitt um das 48. Lebensjahr dieser Vorrat an Eizellen aufgebraucht ist, reifen eben keine Eizellen mehr, der Östrogen-Spiegel sinkt und die Periodenblutung bleibt aus. Durch eine Laboruntersuchung der Hormone kann diese hormonelle Veränderung festgestellt werden, auch die Frage, ob noch eine Empfängnisverhütung notwendig ist, lässt sich durch eine Hormonuntersuchung im Blut klären.

In unserer Praxis versuchen wir, leichte und mäßige Wechseljahresbeschwerden immer zuerst mit Naturheilverfahren oder mit homöopathischen Medikamenten zu behandeln. Eine große Rolle spielen die Soja-Isoflavone, sowie die klassischen pflanzlichen Medikamente "Traubensilberkerze" und "Mönchspfeffer". Bei Schlafstörungen helfen sehr gut pflanzliche Beruhigungsmittel wie Hopfen, Melisse, Baldrian oder Passionsblume. Auch beraten wir ausführlich über eine richtige Ernährung ("weniger ist mehr"). Mit zunehmendem Lebensalter sinkt der Kalorienbedarf. Auf dem Speiseplan sollten dann bevorzugt kalorienarme Nahrungsmittel stehen, viel Gemüse, wenig Fleisch und Wurst, viel Obst! (am besten anstatt Süßigkeiten). Auch sollte man auf regelmäßige Bewegung achten, besonders zur Vorbeugung der Osteoporose. Empfehlenswert sind Ausdauersportarten wie Walking, Schwimmen, Tanzen, Fahrradfahren und Gymnastik – erlaubt ist alles, was Freude macht.

Auch sollte man gelegentlich an Entspannungsphasen denken, unter "Buch-Tipps" finden sich eine ganze Reihe von interessanten Büchern zum Thema Ruhe, Gelassenheit und Entspannung. Auch können Meditation, Yoga oder Autogenes Training für viele Frauen sehr viel Gutes bewirken, um so gelassen einem neuen vielversprechenden Lebensabschnitt entgegen zu sehen.

Sollten die Wechseljahresbeschwerden stark ausgeprägt sein und mit Naturheilverfahren nicht ausreichend behandelt werden können, so bestehen heute gute Möglichkeiten der Hormon-Ersatztherapie. Auch hier beraten wir Sie immer auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand und führen hormonelle Ersatztherapien nach dem Grundsatz durch: So wenig wie möglich und so kurz wie nötig.

In den letzten Jahren haben Studien gezeigt, dass bei Frauen, die mit Östrogen-Gestagen-Kombinationspräparaten (also mit den beiden Geschlechtshormen Östrogen und Gestagen) behandelt werden, je nach Länge der Einnahmedauer eine leichte Erhöhung des Brustkrebsrisikos auftritt. Dieses steigt nach Dauer der Einnahme (z.B. nach 10 oder 15 Jahren) leicht an. Aber man sollte auch bedenken, dass z.B. durch regelmäßiges Zigarettenrauchen ein weit höheres Brustkrebsrisiko ausgelöst wird. Ebenso haben auch übergewichtige Frauen ein höheres Brustkrebsrisiko, bei Frauen mit mehr als 20 kg Übergewicht verdreifacht sich gar das Brustkrebsrisiko gegenüber einer Frau, die 15 Jahre Hormonpräparate eingenommen hat. Auch regelmäßiger Alkoholkonsum oder zu wenig körperliche Bewegung bedingen ein doppelt so hohes Brustkrebsrisiko wie das einer Frau, die 15 Jahre ein Hormonersatztherapie mit Östrogenen und Gestagenen durchgeführt hat.

Auch zeigte eine groß angelegte Studie, dass bei Frauen, die nur mit einer Sorte Hormone, nämlich nur Östrogenen, behandelt wurden, kein erhöhtes Brustkrebsrisiko. Das Brustkrebsrisiko war sogar um 23 % reduziert

Zu allen Fragen der Therapie von Wechseljahresbeschwerden (z.B. Hormone und Nebenwirkungen, Hormone und Brustkrebsrisiko, pflanzliche Therapien, Therapien mit Soja-Präparaten, homöopathische Therapien) werden Sie in unserer Praxis ausführlich beraten (s. auch "Naturheilverfahren, Homöopathie und orthomolekulare Medizin").

Auch beraten wir Sie über die Therapie mit "Tibolon" (Liviella), einer gewebeselektiven Therapie. Tibolon wirkt sich oft positiv auf die Stimmungslage, das allgemeine Wohlbefinden und das sexuelle Verlangen aus, da es in den Wechseljahren bei manchen Frauen auch zu einem Mangel an männlichen Hormonen, die ja normalerweise auch in geringer Menge in den Eierstöcken produziert werden, kommt. Die Wirkungen von Tibolon tragen erheblich dazu bei, das Wohlbefinden zu verbessern und die Lebensqualität zu steigern. Weitere Informationen zu einer Therapie mit Tibolon erhalten Sie in unserer Praxis.

In jedem Fall steht immer die individuelle Situation und das jeweilige Beschwerdebild der Patientin im Mittelpunkt. Alle Vor- und Nachteile einer pflanzlichen Therapie sowie einer evtl. Hormonersatztherapie werden immer sorgfältig abgeklärt und mit jeder Patientin individuell besprochen. Weitere Informationen zum Thema Wechseljahre, Naturheilverfahren oder Hormonersatztherapie erhalten Sie in meiner Praxis.

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