Buchtipp

Einfach stark: Zehn Gebote für Powerfrauen

Mach dies, lass das: nichts als Gebote und Verbote. Und noch zehn mehr? Doch die Regeln der Psychologin Ursula Nuber sind echtes Kraftfutter fürs weibliche Ego, das - wie die US-Forscherin Carol Gilligan erkannte - ab dem zehnten Lebensjahr deutlich Korrosionserscheinungen zeigt: Bis dahin stehen Mädchen fest zu ihrem Wissen. Dann beginnen sie "ich weiß nicht" zu sagen. Sie binden sich einen Maulkorb um. Doch "schwaches Selbstwertgefühl ist nicht Schicksal". so Ursula Nuber. Ihre Power-Gebote:

1 Du sollst stolz auf dich sein. Angeberei? Nicht nötig. Entwickeln Sie "authentischen Stolz" - sich über Leistungen freuen, ohne zu prahlen. Sagen Sie sich nie: "Das kann jeder". Leben Sie sich, ohne sich im nächsten Satz wieder klein zu machen. Wenn etwas schief geht: Schwamm drüber. Nur selbstwertschwache Menschen sprechen darüber und bauen so ein Verlierer-Image auf.

2 Du sollst Grenzen setzen. Bei allen lieb Kind sein - ein Ding der Unmöglichkeit. "Mit Nettigkeit können Sie sich keine Zuneigung kaufen", so die Psychologin. Werden Sie zur Neinsagerin: Wehren Sie sich beim Bäcker gegen Vordrängler, lassen Sie sich von Freundinnen nicht als Mülleimer für Liebeskummer und Partnerkrisen missbrauchen. Anfangs wird man Ihnen das übel nehmen - doch später ihr Rückgrat bewundern.

3 Du sollst Nachsicht mit dir haben. "Menschen mit schwachem Selbstwertgefühl", erklärt Ursula Nuber, "sind fast immer Perfektionisten". Und weil kein Mensch perfekt sein kann, ist das Scheitern vorprogrammiert. Stecken Sie Ihre Ziele lieber etwas tiefer - das erhöht die Erfolgsquote. Und bei Misserfolgen nicht lange mit sich hadern, sondern lieber fragen: Was kann ich daraus lernen?

4 Du sollst kein schlechtes Gewissen haben. "Schon wieder Sport geschwänzt!", "Oma noch nicht angerufen!" Stopp! Innerliche Schimpftiraden bringen nichts. Verzichten Sie lieber auf vermeintlich "gute" Vorsätze, die nur einer herben Selbstkritik entsprungen sind. Nehmen Sie sich lieber etwas vor, das Ihnen wirklich Spaß macht und am Herzen liegt. Denn diese Vorsätze hält man ein.

5 Du sollst Verantwortung für dich übernehmen. Die Mutter, der Exfreund oder das Schicksal - es ist leicht, einen Schuldigen für das eigene Unglück zu finden. Doch so entwickelt sich vor allem ein Gefühl: Ich bin ein Opfer! Lassen Sie das nicht zu - nur Sie können ihr Leben in die Hand nehmen. Erleben Sie sich als Macher, nicht als Spielball der anderen. Nichts ist besser fürs Selbstbewusstsein!

6 Du sollst nichts persönlich nehmen. Wer negativ über sich denkt, unterstellt dies auch anderen. Der Kellner übersieht sie? Kein Wunder! Eine Freundin ruft nicht zurück? Sofort fürchten Sie, etwas falsch gemacht zu haben. Greifen Sie zur Gedankenkontrolle - sobald Sie sich dabei ertappen, über das Verhalten anderer zu grübeln, wandeln Sie Ihre Gedanken ins Positive um: Der Keller ist einfach gestresst. Und die Freundin vielleicht beruflich eingespannt.

7 Du sollst deine Meinung sagen. Gegen den Strom zu schwimmen erfordert Kraft. Doch seine Ansichten aus Angst zu verbergen, schadet dem Ansehen. Vertreten Sie Ihre Meinung - ohne Zögern oder einleitendes "Tut mir Leid, aber...".

8 Du sollst dich akzeptieren. Schließen Sie Frieden mit Ihrem Äußeren - niemand ist Ihnen gegenüber so kritisch wie Sie selbst. Je weniger Sie sich runtermachen, desto besser fürs Ego.

9 Du sollst deinen Erfolg nicht verhindern. Träume haben wir alle. Doch vor der Umsetzung kneifen wir. "Erfolg macht Angst", so Ursula Nuber - vor den Erwartungen der anderen, vor Neid, vor Macht. Lassen Sie sich davon nicht bremsen. Verinnerlichen Sie: Sie haben ein Recht auf Erfolg wie alle anderen auch. Und Missgünstige sollen Ihnen erst mal das Wasser reichen...

10 Du sollst dir Gutes tun. Gerade wenn Sie unter Strom stehen, ist es ratsam, sich eine Auszeit zu gönnen: ein Bad, eine Atempause, einen Spaziergang. Überlegen Sie, was Sie einer Freundin in einer Stresssituation raten würden - und halten Sie sich selbst daran.

(Ursula Nuber: "Zehn Gebote für starke Frauen", Scherz Euro 9,50)

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